Monats-Archive: Mai 2012

Grillfest zum Thema Zinskritik

Am 17. April fand ein interner Themengrill im Mumble zum Thema Zinskritik statt. Dabei wurde eine der Grundthesen der Zinskritiker untersucht, und die lautet: “In einem schuldenbasierten, zinsbelasteten Geldsystem ist eine vollständige Schuldentilgung nicht möglich, weil der Zins bei der Geldschöpfung nicht mitgeschaffen wird, aber genauso wie die Tilgung an die Banken gezahlt werden muss.”

Zwei Teams sind in einer Debatte gegeneinander angetreten und folgendes Ergebnis wurde im Wiki dokumentiert:

  • Der Streit wurde einvernehmlich beigelegt.
  • Die oben formulierte Grundthese der Zinskritik ist völlig irrelevant, weil die Annahme eines reinen zinsbelasteten, schuldenbasierten Geldsystems falsch ist und gezeigt wurde, dass der Ausgleich des sog. fehlenden Zinses entweder über Zahlungen von Käufen von Waren und Dienstleistungen bei den Nichtbanken oder über die Ausschüttung von Dividenden an Nichtbanken erfolgt.
  • Einvernehmlich wurde festgestellt, dass dieser bisher von den Zinskritikern nicht berücksichtige Möglichkeit der Geldschöpfung, die schlimmsten Befürchtungen der Zinskritiker übertrifft: Der Nichtbankensektor gibt dem Bankensektor Waren und wird mit ‘selbstgemachtem’ Geld bezahlt, bei dem sich der Bankensektor nicht bereichert. Dieser Vorgang ist systembedingt und verschafft dem Nichtbankensektor schuldfreie Liquidität.

Details zu Widerlegung der Grundthese in der Praxis siehe Zusammenfassung der Kontraposition und Der Beweis im Wiki (link unten).

Hier wird dargelegt, dass ein reines, zinsbelastetes Schuldgeldsystem de facto nicht existiert, was aber die Grundannahme der Zinskritik ist. Stattdessen ist es heute so, das Banken auch durch Aktivierung, also den Kauf von Dingen des Sach- und Anlagevermögens, Geld schaffen können, was dann zum Ausgleich der Zinszahlungen verwendet werden kann, weil es nicht zur Rückzahlung vorgesehen ist.

Auf gut Deutsch heißt das, dass in Banken nicht nur durch Kredite auf der Basis von Sicherheiten Geld entsteht (und durch Tilgung vergeht), sondern auch durch den Erwerb von Sachwerten, insofern es als Vermögen bilanziert werden darf, das durch den Vorgang der Abschreibungen wieder vergeht.

Details zu dieser Debatte findet man hier im Wiki

Audio dazu: http://soundcloud.com/user9953653/mumble-2012-04-17-20-14-12

Die AG Geldordnung der Piratenpartei nutzt Mumble für die Meinungsbildung und setzt damit wegweisende Impulse in der Piratenpartei. Mumble ist eine Telko-Software, in der sich aktive Piraten treffen und miteinander sprechen.

In den Mumble-Räumen der AG Geldordnung ist seit Anfang Mai ein Podium mit Saalmikrofon eingerichtet, dort werden interne AG-Diskussionen zu verschiedenen Themen durchgeführt (Themengrills), aber auch verschiedene Gäste von Aussen werden zu moderierten Gesprächsrunden eingeladen.

Bisher waren der Soziologe Prof. Dr. Joseph Huber, Raimund Brichta (teleböre) und Prof. Heiner Flassbeck (Chef-Volkswirt der UNCTAD) zu Gast. Die Mumble-Sitzungen werden aufgenommen und auf dem youtube-Kanal der Geldsystempiraten archiviert und zugänglich gemacht. Im Moment ist nur der Flassbeck-Mumble als Pilotversion online und kann nachgehört werden. Geplant sind weitere Einzelgespräche, als auch Gruppengespräche zu den brennenden Themen ESM, Euro, Europa, uvm. Wir halten die werten Leser hier auf dem Laufenden, über die weitere Entwicklung.

Alles weitere, wie man an den Mumble-Sitzungen teilnehmen kann, findet man unter der Rubrik Mumble!