Monats-Archive: Januar 2013

Petition gegen EU-Pläne zur Privatisierung der Wasserversorgung

Petition gegen EU-Pläne zur Privatisierung der Wasserversorgung

Geld, Geld, alles dreht sich nur ums Geld.

Im Zuge der ESM-Debatte im letzten Jahr wurde von ESM-Kritikern unter den Piraten immer wieder darauf hingewiesen, daß die finanzielle Schieflage in Europa von den Konzernen dazu genutzt werden könnte, weiteres wichtiges Tafelsilber der europäischen Staaten zu übernehmen, wie z.B. die öffentliche Wasserversorgung. Nun ist es soweit.

Profiteure der Eurokrise sind die Vermögenden, die nun zu Tiefstpreisen in die Sachvermögen gehen. Man kann in der nahen Zukunft erwarten, daß es eine Enteignungswelle der öffentlichen Hand geben wird. Politiker wie FDP-Chef Rösler untersützten das, so machte ja noch vor der Wahl in Niedersachsen keinen Hehl daraus, daß die FDP diese Linie voll vertritt und für gut befindet: FDP-Chef Rösler fordert Privatisierungsoffensive

Dagegen gibt es bei den Piraten eine aktuelle LQFB-Initative, die sich deutlich gegen die, von der EU-Kommission vorangetriebene, Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung ausspricht:

“Die Piratenpartei Deutschland positioniert sich gegen die EU-Privatisierungspläne der Wasserversorgung. Wasser ist ein Menschenrecht und keine Handelsware. Die Piratenpartei ist der Überzeugung, dass Qualität und Bezahlbarkeit der Versorgung nicht durch Privatinvestoren garantiert werden kann.

Begründung:
Eine neue, heimlich vorantgetriebene EU-Richtlinie sieht vor, den Markt der örtlichen Wasserversorgung für Privatinvestoren zu öffnen. In Griechenland und Portugal zwingt man die Regierungen im Zuge der Staatssanierung jetzt schon zum Verkauf der öffentlichen Wasserwerke. Die Folgen sind verheerend. In Portugal wurden bereits Wasserwerke verkauft, dort stiegen die Preise um 400%. Auch bekannt sind historische Fälle der Privatisierung, bei denen die Privatanbieter die Rohre verrotten liessen, die Sauberkeit des Wassers statt der Erneuerung der Rohre durch Zugabe großer Mengen Chlor sicherten.”

Das Quorum ist bereits erreicht, weitere Unterstützer sind dennoch willkommen:

https://lqfb.piratenpartei.de/lf/initiative/show/5631.html

Hier geht es direkt zu der europäischen Petition gegen die Privatisierung der europäischen Wasserversorgung. Insgesamt werden eine Millionen Unterschriften benötigt: http://www.right2water.eu/de

Erwin Pelzig hat das Thema in “Neues aus der Anstalt” ebenfalls aufgegriffen:

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Zu Unrecht vergessen: Wolfgang Stützel und seine Saldenmechanik…so titelt jetzt der Wirtschaftsblog Herdentrieb (ZEIT).

Erst vor wenigen Wochen wurde der Begriff der Saldenmechanik bei Wikipedia neu aufgenommen:

Entwickelt wurde die Saldenmechanik von Wolfgang Stützel und in seinem Buch Volkswirtschaftliche Saldenmechanik publiziert.

Bei der Saldenmechanik handelt es sich um Zusammenhänge, deren Gültigkeit nicht wie bei den meisten volkswirtschaftlichen Postulaten vom Zutreffen von Vermutungen über menschliches Handeln abhängt. Die Saldenmechanik ermöglicht es, die regelmäßig notwendigen Verhaltensannahmen der volkswirtschaftlichen Theorien und Postulate auf ein logisches Fundament gesamtwirtschaftlichen Denkens zu stellen. Dabei werden bisherige Fehlschlüsse in der Preis-, Geld- und Konjunkturtheorie aus einzelwirtschaftlichem Denken durch korrekte Mikrofundierung und die Einführung der real existierenden Kreditwirtschaft in die Modellbildung überwunden.

Die Erkenntnise von Wolfgang Stützel galten einst als Grundlagenwissen der Volkswirtschaftslehre, dann gereit das Wissen in Vergessenheit. Vor einigen Jahren hat Jörg Buschbeck das Thema wieder neu entdeckt und die Initative ergriffen, damit das längst vergriffene Stützel-Buch wieder neu aufgelegt wird. Die Worte von Herrn Siebeck, dem Verleger sollen gewesen sein:  “Sie brauchen mir nichts zu erzählen Herr Buschbeck, mit Stützel wäre die Eurokrise nicht passiert – das Buch kauft nur keiner mehr”.

Jörg Buschbeck vertritt schon seit längerem die These, “wir haben keine Schuldenkrise sondern eine Guthabenkrise”. Mehr dazu in seinem Blog, dort kann man das angesprochene Buch auch bestellen: http://guthabenkrise.wordpress.com/2011/11/25/hurra-wolfgang-stutzel-volkswirtschaftliche-saldenmechanik-ist-wieder-lieferbar/

Bei den Piraten der AG Geldordnung wurde das Thema immer wieder angesprochen und Jörg Buschbeck zu einer Mumble-Podiumsdiskussion zu seinem Thema eingeladen. Er hat zugesagt. Der Termin wird demnächst bekannt gegeben.

Nun hat auch einer der wichtigsten Wirtschaftsblogs in Deutschland das Thema aufgegriffen. Es scheint, als erlebe die Saldenmechanik jetzt eine Renaissance. Die dort dargestellten Zusammenhänge scheinen wichtiges, zeitweise verlorenes Basiswissen zu sein. Es hat das Zeug dazu, die aktuellen Diskussionen über die Finanzkrise in eine erfrischend neue Richtung zu lenken.

Die Ökonomenwelt entdeckt die alten Meister neu: So meint etwa der Berkley-Professor und Blogger Brad DeLong, dass nur Ökonomen in der Tradition von Hyman Minsky oder Charles Kindleberger wirklich Interessantes zur Analyse der Finanzkrise beizutragen hätten. Auf diese illustre Liste gehört aber noch ein anderer Ökonom, der in den USA gar nicht und in Deutschland kaum noch bekannt ist: der deutsche Ökonomen Wolfgang Stützel, der im Saarland Professor war und im Jahr 1958 sein großes Buch “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” veröffentlichte.

Hier geht es zum Artikel in der Zeit:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/01/09/zu-unrecht-vergessen-wolfgang-stutzel-und-seine-saldenmechanik_5632#more-5632

Auch der Rheingoldblog hat ebenfalls einen aktuellen Bericht zum Thema: http://rheingoldblog.wordpress.com/2012/01/10/saldenmechanik-wolfgang-stutzel-wolfgang-waldner-rheingold/

Dradio berichtet von der Monetative Jahrestagung in Berlin

Dradio berichtet von der Monetative Jahrestagung in Berlin

Der Deutschlandfunk sendete am 5.1.2013 einen Hintergrundbericht zur Vollgeld-Reform. Wir haben hier bereits mehrfach über den zunehmenden Bekanntheitsgrad dieses Reformvorschlags berichtet. Nun hat auch der Deutschlandfunk einen ausführlichen und leicht verständlichen Hintergrundbericht zu dieser Reformidee gesendet. Die Protagonisten Joseph Huber, Michael Kumhof, Helge Peukert und auch Richard Werner kommen zu Wort. Interessant ist das Ergebnis einer Umfrage, die Richard Werner unter Frankfurter Bürgern durchführte. Er stellte diese Frage:

Würden Sie einem System zustimmen, in dem die Mehrheit der Geldmenge durch meist private, auch profitorientierte Unternehmen produziert und verteilt wird und nicht durch staatliche Organe?

“Der Ökonom Richard Werner lehrt an der britischen Universität Southampton Internationales Bankgeschäft. Zudem hält er regelmäßig Gastvorlesungen an der Universität in Frankfurt am Main. Die Stadt zählt mit dem Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Börse und diversen Geschäftsbanken zu den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt. Die Frankfurter Bürger sollten sich mit Geld also auskennen, dachte sich Werner und führte eine Umfrage durch. Er wollte wissen: Wer macht und verteilt das Geld? Er hat tausend Antworten erhalten und ausgewertet.

Es kam raus, dass 84 Prozent gedacht haben, entweder die Zentralbank oder die Regierung produziert das Geld und entscheidet über die Allokation des Geldes. Dann war noch eine andere Frage, würden Sie einem System zustimmen, in dem die Mehrheit der Geldmenge durch meist private, auch profitorientierte Unternehmen produziert und verteilt wird und nicht durch staatliche Organe. Und da haben über 90 Prozent gesagt, nein, das wollen wir nicht.

Die komplette Sendung kann man hier anhören und nachlesen:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1968379/

Und bei den Piraten kann man sich noch ausführlicher über das Thema informieren. Daniel Worofka hat dieses umfassende Wiki zum Vollgeld zusammengestellt: https://wiki.piratenpartei.de/AG_Finanzmarktreform/Vollgeldreform

Die Vorträge und Interviews der Vollgeld-Jahrestagung sind im Youtube-Channel der Monetative abrufbar, u.a. mit Michael Kumhof, Richard Werner, Raimund Brichta, Helge Peukert, Christian Felber und vielen anderen: www.youtube/Monetative

Die Website der Monetative unter www.monetative.de