Michael Kumhof und Jeromir Benes (beide Mitarbeiter beim IWF) haben mit Ihrer Arbeit ” The Chicago Plan Revisited” eine hochinteressante Entwicklung mit angestoßen. Dies schreibt die NZZ (wahrlich kein linkes Blatt) in einem neuen Artikel. Die Debatte um Annullierung von Staatsschulden beginnt.

Auszug:

“Wachsendes Interesse

Wie sehr Investoren eine Annullierung von Staatsschulden beschäftigt, deutet Michala Marcussen, leitende Ökonomin der Société Générale, an: Unter ihren Klienten sei dies gegenwärtig sogar die dominierende Frage. Aufgegriffen haben das Thema auch Wirtschaftsblätter wie die «Financial Times» und das «Wall Street Journal». Die Debatte angeregt zu haben scheint ein Arbeitspapier von Jaromir Benes und Michael Kumhof, Mitarbeitern des Internationalen Währungsfonds (IMF), mit dem Titel «The Chicago Plan Revisited». Sie greifen Vorschläge der Ökonomen Irving Fisher und Henry Simons aus den 1930er Jahren zur Reform des monetären Systems auf. Diese würden mit einer Streichung von Staatsschulden einhergehen.”
http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/debatte-um-annullierung-von-staatsschulden-1.17759016

Ergänzend möchte ich hier noch auf 2 Beiträge von Robert Rethfeld (Wellenreiter) hinweisen, der sich dem Thema seit September ebenfalls angenommen hat:

http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter121106.htm
http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter120926.htm

2 Antworten auf Debatte um Annullierung von Staatsschulden beginnt

  • Nicolai Hähnle sagt:

    Im verlinkten Artikel wird nur über die Anleihen geschrieben, die von der Zentralbank gehalten werden. Das ist in der Tat ein beklopptes Spiel, das man beenden könnte. Wirklich interessant ist aber die Frage, ob denn dann auch zukünftig eine direkte Finanzierung über die Zentralbank ermöglicht wird. Das ist meines Erachtens der zentrale progressive Schritt, der in Sachen Staatsfinanzierung gegangen werden muss.

  • cosmic sagt:

    “Vielleicht ist das Problem hier eher semantischer Art. ‘Annulierung’ oder ‘Streichung’ würde ich nicht sagen, denn es bedeutet nach meinem Verständnis: Haircut, Kapitalschnitt, Wertberichtigung/Abschreibung von Forderungen bzw. Vermögen. Die einmalige Übergangsseigniorage aus einer Vollgeldreform würde es aber gerade erlauben, das zu vermeiden – jedenfalls in den meisten Ländern. In Griechenland vielleicht nicht mehr, aber sonst überwiegend schon. Worum es uns (Monetative) geht, ist doch die reguläre Tilgung (Zurückzahlung) von Staatsschulden in einem erforderlichen und mindestens ausreichenden Maß. (25-40% Staatschuldenquote halte ich aufgrund historischer Vergleiche für unproblematisch).” Prof. Joseph Huber

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