Vorbereitend auf das Podiumsgespräch mit Berlins Spitzenkandidatin Cornelia Otto, über die wirtschafts- und geldpolitische Ausrichtung der Piratenpartei im Bundestagswahlkampf, möchten wir nun in folgenden Tagen die Vortragsvideos der diesjährigen EUWIKON (EuropaWirtschaftsKonferenz) vorstellen. Die Videos sind Mitschnitte der Livestreams und geben Aufschluss über die wirtschaftspolitischen Ansätze, die in der Piratenpartei und den thematisch organisierten AGs diskutiert und bearbeitet werden.

Der Vortrag mit dem Titel “Piraten-EuWiKon – Geldordnung – Grundlegende Reformen statt Fixpacks” ist der zweite Slot, den Arne in Frankfurt bestückt hat:

 

2 Antworten auf Piraten-EuWiKon – Geldordnung – Grundlegende Reformen statt Fixpacks

  • Zum Thema „Geld ist kein Ding“ würde ich einen kleinen Einwand erheben:

    Unser Geldsystem besteht aus immateriellen, doppelseitigen Verpflichtungsbeziehungen, aber wenn so eine doppelseitige Verpflichtungsbeziehung auf die Aktivseite einer Zentralbank gelegt wird, entsteht auf der Passivseite das „Ding“ Banknote.

    Zentralbankbilanz:

    Aktiv Gold(Ding) erzeugt Passiv Banknoten(Ding)

    Aktiv Doppelseitige Verpflichtungsbeziehung (z.B. Wertpapier) erzeugt Passiv Banknoten(Ding)

    Unser Geldsystem besteht aus doppelseitigen juristischen Verpflichtungsbeziehungen, aber wenn ich dieses (auf einem materiellen Träger festgehaltene) Verpflichtungspaar auf die Aktivseite einer Zentralbank lege, erzeuge ich auf der Passivseite ein „Ding“.

    Die Zentralbank kann durch den Ankauf von Gold oder Devisen, Banknoten erschaffen. Wobei hier, aus dem „Ding“ Gold und dem „Ding“ Devisen, das „Ding“ Banknote erzeugt wird. Ein Ding erzeugt ein anderes Ding.

    In allen anderen Fällen legt man auf die Aktivseite der Zentralbank eine doppelseitige Verpflichtungsbeziehung und erzeugt damit (nicht-doppelseitige) Banknoten(Dinge), aber immer nur gerade so viel, wie man benötigt (zum Beispiel weil es gesetzliche Mindestgrenzen gibt oder weil einige Menschen Bargeld als praktisch empfinden um zu bezahlen).

    Wie seht ihr das?

    Zu „Banknote ist eine Forderung gegen die Zentralbank“:

    Das reduziert sich aber auf das Umwandeln einer zerknitterten Banknote in eine frische Banknote (Ein altes Ding gegen ein neues Ding), sonst gibt es mit einer Banknote nichts zu „Fordern“. Falls doch, was soll das sein?

    (Um hier, beispielhaft, einen Einwand vorwegzunehmen: Ein Wertpapierpensionsgeschäftsvertrag liegt eine Ebene ü b e r dem Wertpapier und den Banknoten, und legt fest, wer, was, wann zurückzugeben hat. Die Banknote stellt die zu übergebene Sache in einem übergeordneten Verpflichtungspaar (Wertpapierpensionsgeschäftsvertrag) dar, die Banknote selbst, ist aber keine Forderung.)

    [„Banknote“ verwende ich hier durchgehend synonym zu Zentralbank(buch)geld oder Zentralbankgeld]

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