Berliner Piraten

Sebastian Nerz, Vorstandsmitglied der Piratenpartei Deutschland (Quelle: Wikipedia)

Sebastian Nerz, Vorstandsmitglied der Piratenpartei Deutschland (Quelle: Wikipedia)

In Zeiten, in denen unsere Piratenfamilie schwere Richtungskämpfe durchstehen muss, ist es vielleicht keine schlechte Idee, auf Gemeinsamkeiten hinzuweisen. Werfen wir den Blick zurück in die Vergangenheit, als Piraten (nach dem Berliner Wahlerfolg) einen Höhenflug hatten. Und werfen wir einen Blick auf ein Thema, das weder für unsere Gesellschaft, noch für einen großen Anteil der Piraten überhaupt ein Thema ist: Die tieferen Ursachen der Finanzkrise.

Ich möchte unser Vorstandmitglied Sebastian Nerz zitieren. In dem Buch von 2011, “DIE PIRATENPARTEI – Freiheit die wir meinen” von Martin Häusler, bezieht Sebastian zur Wirtschaftspolitik und zur Finanzmarktkrise wie folgt Stellung:

Nerz sagt:

“Ich bin kein Finanzexperte. Wir haben als Partei noch kein Lösungskonzept dafür erarbeitet. Aber ist es nicht so, dass auch CDU und FDP kein Konzept dafür haben? Ich glaube, dass man in jedem Falle die Menschen ehrlicher darüber informieren müsste, was gerade das Problem ist. Fest steht auch, dass es zu viele Denkverbote in der Diskussion gibt und man viel zu sehr auf Tagesschwankungen der Märkte reagiert. Aufgabe der Politik ist es, darüber hinwegzusehen. Die Politik muss die grundsätzliche Frage stellen, was die Aufgabe eines Finanzmarktes ist, was seine aktuelle Bedeutung ist, ob er seine Aufgabe erfüllt, ob die Regulierungsmechanismen funktionieren, ob man vielleicht ganz andere Mechanismen braucht. Man verstellt bisher die Schrauben in die eine oder andere Richtung, stellt aber nicht die Frage, ob man etwas ganz anderes braucht.”

Und genau das macht die AG Geldordnung und Finanzpolitik. Wir klären auf, wir fordern eine breit angelegte öffentlche Debatte und wir fragen uns (und andere), ob es nicht etwas ganz anderes braucht.

Für uns als AG ist es immer wieder befremdlich festzustellen, daß unser Thema nicht nur in der Gesellschaft, also in Politik, Medien und Wissenschaft, eher ein Randthema ist, sondern auch innerhalb der Piratenpartei. Begreifen wir denn nicht bald, dass Geldordnung und Geldpolitik ein zentrales Thema in der Wirtschaftspolitik darstellt und alle relevanten Bereiche der Gesellschaft tangiert, um nicht zu sagen bestimmt? Ist es nicht an der Zeit, dass die Gesellschaft tiefer in die Materie eindringt, die Probleme benennt und nach Lösungen sucht, die ein schlimmeres Desaster verhindern können? Ist es nicht die Piratenpartei, die angetreten ist die richtigen Fragen zu stellen? Und ist es deshalb nicht die Aufgabe von Piraten diese Feld zu beackern?

Für die AG Geldordnung dürfte das nicht die Frage sein. Sie ist eine der größten und aktivsten AGs in der Piratenpartei und sie stößt die Debatte immer wieder an. Mit dem oben vorgestellten Nerz-Zitat wollte ich nurmal darauf hinweisen, dass uns in dieser Partei oft mehr verbindet, als trennt. Wenn wir das erkennen und uns gegenseitig öftermal auf die Schultern klopfen, Respekt und Achtung zeigen, dann könnte das auch mit der Bundestagswahl noch klappen.

Um nochmal auf die Wirtschafts- und Geldpolitik zu kommen: Brauchen wir nicht was ganz anderes? Ich denke, JA. Haut die Änderhaken rein!