Interview

Das Gespräch mit Sven Giegold (Finanzexperte der Grünen im Europaparlament) wurde im Janaur 2013 aufgezeichnet. Er spricht offen und ehrlich über die realpolitischen Schranken, die momentan eine tiefergehende Geldreformdebatte in den Parlamenten unmöglich machen. Die “Gefechtslage” würde sich erst ändern, wenn sich mindestens 15% der progressiven Ökonomen für eine solche Debatte einsetzen würden.

Für die Geldsystempiraten bleibt die Forderung nach einer breit angelegten, öffentliche Debatte über das Geldsystem eine Grundforderung. Dies gilt auch insbesondere für die Mitglieder und Mandatsträger der Piraten. Informiert Euch!

Übrigens läuft derzeit eine LQFB-Ini über das Vollgeld. Unterstützer sind willkommen zu zeichnen: Finanzsystem demokratisieren. Mit Vollgeld und Monetative!

Weitere Informationen:

http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaVollgeldreform

www.monetative.de

http://www.positivemoney.org/

Aufzeichnung Jahrestagung Monetative (Foto H.M. Fleischer, Pirat)

Aufzeichnung Jahrestagung Monetative (Foto H.M. Fleischer, Pirat)

Matthias Garscha kennt man bei den Piraten als Moderator der Mumble-Podiumsgespräche in der AG Geldordnung. Im Oktober 2012 folgte er einer Einladung und einem Auftrag der Monetative e.V. nach Berlin, um am Rande der Monetative-Jahrestagung in der Urania Berlin, Gespräche mit den anwesenden Referenten zu führen. Diese Interviews sind nun im neu eröffneten Videokanal der Monetative auf youtube gesammelt und abrufbar.

Matthias Garscha im Gespräch mit Joseph Huber

Matthias Garscha im Gespräch mit Joseph Huber

In einem, von zwei Geldsystempiraten improvisierten Studio, wurden die Gespräche mit Prof. Richard Werner, Prof. Helge Peukert, Prof. Joseph Huber, Dr. Michael Kumhof und Christian Felber aufgezeichnet. (Das Interview Felber ist noch in Arbeit). Wir werden im Verlauf der kommenden Woche die Interviews nochmal einzeln vorstellen. Hier schonmal die direkten Links auf die Clips:

Anmerkung: Leider fiel ein Mikrofon komplett aus, und auch sonst war alles eine sehr kurzfristige “Improvisation” unter suboptimalen Bedingungen. Wir bitten daher die etwas dürftige Tonqualität und die teils abenteuerlichen Kamerafahrten während der Interviews (M. Kumhof) zu entschuldigen.

Den hochinteressanten Inhalten der Gespräche tut das aber keinen Abbruch. Wir wünschen viel Spass und Erkenntnisgewinn!

 

Matthias Garscha, Raimund Brichta, Prof Richard Werner, Prof Helge Peukert,  Prof Margrit Kennedy, Christian Felber, Prof Nico Paech, Prof Joseph Huber, Georg Cosmic Nägle, Herbert Haberl. Vorne vlnr:  Thomas Betz, Christian Schantz, Klaus Karwat. Dr Michael Kumhof war leider schon weg.

Matthias Garscha, Raimund Brichta, Prof Richard Werner, Prof Helge Peukert, Prof Margrit Kennedy, Christian Felber, Prof Nico Paech, Prof Joseph Huber, Georg Cosmic Nägle, Herbert Haberl. Vorne vlnr: Thomas Betz, Christian Schantz, Klaus Karwat. Dr Michael Kumhof war leider schon weg.

Die AG Geldordnung und Finanzpolitik veranstaltet in regelmäßigen Abständen Fachgespräche mit bekannten Ökonomen. Am 7.11. 2012 kam der international renommierte Wirtschaftswissenschaftler Prof. Richard Werner ins Mumble der AG Geldordnung und Finanzpolitik. Es dürfte eines der diesjährigen Mumble-Highlights der Geldsystempiraten gewesen sein.

Die Dokumentation dieser Podiumsdiskussion kann als ein Pflichttermin für alle auf Wirtschafts- und Finanzpolitik spezialisierte PiratInnen gesehen werden. Denn gemäss der Ausführungen von Prof. Werner  müsste die Geschichte der VWL neu geschrieben werden. Ein Paradigmenwechsel in den gängigen Lehrmeinungen über Wirtschaftsmodelle scheint dringend angezeigt.

Mit der Aussage, dass es keine empirischen Belege dafür gibt, dass der Zins eine wichtige Kausalvariable zur Steuerung der Wirtschaft darstellt, stellt Werner die allgemeine Lehrmeinung in Frage und macht deutlich: Der Zins als geldpolitisches Werkzeug ist untauglich.

Werner spricht sich daher für eine Neuorientierung in der Volkswirtschaftslehre aus. Die Bedeutung der Banken im Zentrum der Wirtschaft wurde bisher nicht beachtet und in den VWL-Studiengängen und Lehrbüchern findet die Funktionsweise der Banken oder das Thema Geldschöpfung keine Beachtung. Es kann daher nicht weiter verwundern, daß die Mainstream-Volkswirtschaftslehre in der Krisensituation versagt hat. Die Geldschöpfung und das Bankenwesen muss in das Zentrum der Wirtschaftsmodelle gestellt werden, denn Kreditschöpfungsentscheidungen gestalten die wirtschaftliche Landschaft in erheblicher Weise.

Werner unterscheidet in seiner Analyse 3 Modelle der Kreditschöpfung:

1. Die gute Kreditschöpfung (für produktive Zwecke, Investitionen usw.)
2. Konsumkredite (Teil des BIP für Konsum)
3. Kreditvergabe für Transaktionen (Tragen nicht zum BIP bei)

Werner rät dringend zu einem pragmatischen Lösungsansatz, um die Kosten der Krise in den Griff zu bekommen.
Sein Reformvorschlag sieht vor Banken zu sanieren, indem die Zentralbanken die Löcher in den Bankbilanzen zum Buchwert übernehmen (Tatsachenbuchhaltung).
Den Zentralbanken entstehen dadurch keine Kosten, es entsteht keine neue Inflation, der Steuerzahler muss nicht mehr für die Rettungskosten aufkommen und auch der Sparzwang wird überwunden. Banken wird damit geholfen wieder Produktivkredite zu vergeben, die Aufschwung erzeugen.
Um den Staat zu entlasten soll davon abgekommen werden Staatsanleihen auszugeben. Stattdessen soll der Kreditmarktzins genutzt werden, denn Primärmarktzinsen sind zum Einen wesentlich niedriger als Anleihemarktzinsen, und zum Anderen sind die Staaten durch diese Vorgehensweise nicht länger den Spekulanten ausgeliefert.

Er schlägt damit einen politisch machbaren und kurzfristigen Weg vor, die Staatsschuldenkrise kostengünstig in den Griff zu bekommen. Die Staaten würden sich das Geld also direkt bei den Geldschöpfern besorgen, und das sind derzeit die Banken.

Richard Werner gilt auch als ein Unterstützer der Monetative, also einer Verlagerung der Geldschöpfung von den privaten Banken hin zur öffentlichen Hand. Dies ist aber ein Vorschlag, der noch weiter geht und weit mehr politische Aufklärungsarbeit erfordert. Somit ist Werners Reformplan in der momentanen Situation realistischer und wäre politisch einfach umsetzbar.
Warum Werner´s Ausführungen bei den politisch Verantwortlichen bisher auf wenig Resonanz stossen? Auch darauf gibt Werner eine offene und zugleich schockierende Antwort.
Könnte es sein, dass die anhaltende Finanz- und Staatschuldenkrise der europäischen Länder politisch gewünscht ist…?

(Anmerkung: Dieser Artikel beruht auf den Aufzeichnungen eines Protokolls, den genauen Wortlaut der Aussagen Werners kann man in dem obigen Video hören.)

Hier das zweite Interview vom bpt in Bochum. Tobias Deiters alias Piratos über die Wirtschaftsanträge PA091 und PA444, über die kritischen Inhalte des PA091, über Basisdemokratie und die Vorteile einen bpt zu besuchen.

Das erste Geldsystempiraten-Interview aus Bochum ist fertig. Matthias Garscha, Koordinator der AG Geldordnung und FInanzpolitik, beantwortet ein paar Fragen zu den am Rande des bpt in Bochum. Es geht um die heiss umkämpften Anträge PA091 und PA444, um Motivation der Piraten, die Bloggerszene im Bereich Wirtschaft und Finanzen und um ein Alleinstellungsmerkmal der Piraten im Bereich nachhaltige Finanzordnung.

Weitere Interviews mit Tobias Deiters und Arne Pfeilsticker sind in Arbeit…