IWF

Die Welt berichtet heute von der Wuppertaler Piratin Sarah Hassel-Reusing, die am Internationalen Strafgerichtshof eine Anzeige eingereicht hat. “Sie spricht von “feindlicher Übernahme” der EU und sieht Verbrechen gegen die Menschlichkeit.”

Klagen gegen Maßnahmen der Euro-Politik sind seit Langem nichts Ungewöhnliches mehr. Aber keine ging so weit wie die des Herausgebers des griechischen Boulevard-Magazins “Crash.

Georgios Tsangras hatte im Sommer beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Strafanzeige gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen “Verbrechens gegen die Menschlichkeit” eingereicht. Nun wird diese Strafanzeige auch aus Deutschland unterstützt. Die Menschrechtsaktivistin Sarah Luzia Hassel-Reusing ist dieser Tage eigens nach Den Haag gefahren, um die Unterlagen persönlich beim Gericht abzugeben.

Ein lesenswerter Bericht von Günther Lachmann:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article111707823/Deutsche-unterstuetzt-Anzeige-gegen-Merkel.html

Hier noch der Verweis auf unser Mumble-Gespräch mit Volker Reusing, indem die IWF-ähnlichen Maßnahmen erläutert werden, die bereits weltweit angewendet werden und auch in Verdacht stehen, die Menschenrechte in Europa zu bedrohen.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=IW0FyBu2rPY

Michael Kumhof und Jeromir Benes (beide Mitarbeiter beim IWF) haben mit Ihrer Arbeit ” The Chicago Plan Revisited” eine hochinteressante Entwicklung mit angestoßen. Dies schreibt die NZZ (wahrlich kein linkes Blatt) in einem neuen Artikel. Die Debatte um Annullierung von Staatsschulden beginnt.

Auszug:

“Wachsendes Interesse

Wie sehr Investoren eine Annullierung von Staatsschulden beschäftigt, deutet Michala Marcussen, leitende Ökonomin der Société Générale, an: Unter ihren Klienten sei dies gegenwärtig sogar die dominierende Frage. Aufgegriffen haben das Thema auch Wirtschaftsblätter wie die «Financial Times» und das «Wall Street Journal». Die Debatte angeregt zu haben scheint ein Arbeitspapier von Jaromir Benes und Michael Kumhof, Mitarbeitern des Internationalen Währungsfonds (IMF), mit dem Titel «The Chicago Plan Revisited». Sie greifen Vorschläge der Ökonomen Irving Fisher und Henry Simons aus den 1930er Jahren zur Reform des monetären Systems auf. Diese würden mit einer Streichung von Staatsschulden einhergehen.”
http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/debatte-um-annullierung-von-staatsschulden-1.17759016

Ergänzend möchte ich hier noch auf 2 Beiträge von Robert Rethfeld (Wellenreiter) hinweisen, der sich dem Thema seit September ebenfalls angenommen hat:

http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter121106.htm
http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter120926.htm

Das IWF Papier von Oliver Blancherd vom September 2012 sorgt weiterhin für viel Aufregung. Je nach unterschiedlicher Interpretation und Bewertung ergeben sich daraus vollkommen unterschiedliche Handlungsanweisungen zur Lösung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Multiplikatoren (eingeführt von Keynes in der Weltwirtschaftskrise) werden zu einer Schlüsselgröße in der Debatte.

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/10424/eine-iwf-box-sorgt-fur-aufregung/


Michael Kumhof vom IWF zieht positive Bilanz zur Vollgeld-Reform

Michael Kumhof vom IWF zieht positive Bilanz zur Vollgeld-Reform

Dieser Artikel ist ein wichtiger Berliner Veranstaltungshinweis für den Samstag 27.10.2012: http://www.urania.de/programm/2012/m862/

In der Politik werden progressive Positionen gerne als “unrealistische Utopien” vom Tisch gewischt, solange sie nicht den Segen durch die “Mainstream-Wissenschaft” erhalten haben, erst dann werden sie salonfähig. Gerade in Fragen der Geldordnung und Finanzarchitektur wird es also kaum Politiker geben, die sich mit einem politischen Vorschlag aus dem Fenster lehnen würden, ohne Backup einer ausreichenden Anzahl anerkannter und vertrauenswürdiger Wissenschaftler.

Einer dieser Reformansätze hat es nun von der “Utopie” in die realpolitische Ebene der Debatte geschafft, die Vollgeld-Reform, auch bekannt unter dem Begriff “Monetative“. Forscher des IWF haben Vollgeld kürzlich durch eine Simulation geschickt und kamen zu einem positiven Ergebnis, das Konzept würde funktionieren. Die Staatsschulden lassen sich, auf diese Weise, erheblich reduzieren. http://www.imf.org/external/pubs/cat/longres.aspx?sk=26178.0

Darüber berichtete das Handelsblatt, und nun hört man immer öfter den Ruf nach der Monetative. http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/vollgeld-iwf-forscher-spielen-radikale-bankreform-durch/7008170.html

Die Anzahl der veröffentlichten Artikel über das Vollgeld steigt stetig. In den Mainstream-Medien gilt vor allem Mr. Dax (Börsenprofi Dirk Müller) als Befürworter, der keine Talkrunde mehr auslässt, ohne auf die Wichtigkeit der Monetative hinzuweisen. Unvergessen bleibt dabei der historische Handschlag zwischen Dirk Müller und Klaus von Dohnanyi in der Sendung von Maybritt Illner. Ab Minute 48 spricht die Runde über das neue Denken in der Geldschöpfungspolitik. Dirk Müller und Klaus von Dohnanyi sind sich einig, früher oder später muss eine solche Reform kommen: …http://www.youtube.com/watch?annotation_id=annotation_440410&feature=iv&src_vid=BHP5Kd2G6ts&v=wSpIoZ8xFBI

Eine Vielzahl von Wissenschaftler unterstützen die Monetative. In der Schweiz ist das vor allem der international renommierte Professor Binswanger und die Organisation Momo: http://vollgeld.ch/

In Deutschland gilt Prof. Joseph Huber als die führende Kraft der Bewegung. Auf der Website des Monetative e.V. reihen sich weitere int. Ökonomen ein, u.a. Michael Hudson, James Robertson oder auch Richard Werner, Professor für “International Banking” an der Universität von Southampton. Wissenschaftlicher Beirat der Monetative: http://www.monetative.de/?page_id=1832

Am kommenden Wochenende, Samstag den 27.10.2012, findet in der Urania in Berlin eine wichtige Veranstaltung zur Vollgeld-Reform statt:  http://www.urania.de/programm/2012/m862/

Persönlich anwesend sind u.a. Christian Felber, Prof. Richard Werner, Helge Peukert,  und aus aktuellem Anlass auch der IWF-Forscher Michal Kumhof.

14.00 – 14.10 Uhr Begrüßung

14.10 – 14.50 Uhr Die Finanz- und Staatsschuldenkrise – Beginn eines Umdenkens
Helge Peukert, Professor für Finanzwissenschaft, Uni Erfurt

14.50 – 15.30 Uhr Stabiles Wachstum ohne Finanzkrisen ist möglich –
Warum bleiben die nötigen Reformen aus?
Richard Werner, Professor für International Banking, Uni Southampton

15.30 – 16.00 Uhr Pause

16.00 – 16.40 Uhr Die Staatsschuldenkrise und was Vollgeld zu ihrer Überwindung
beitragen würde
Joseph Huber, Wirtschaftssoziologe, Monetative Berlin

16.40 – 17.00 Uhr The Chicago Plan Revisited
Michael Kumhof, Modeling Division, Internationaler Währungsfonds,
Washington

17.00 – 18.00 Uhr Pause

18.00 – 20.00 Uhr Podiumsdiskussion

Geldreform für eine nachhaltige Wirtschaft mit

Christian Felber, Gemeinwohlökonom, attac Österr., Demokratische Bank
Thomas Huth, Volkswirt, Uni Lüneburg, Sozialwiss.Gesellschaft
Margrit Kennedy, Geldreformerin, Lebensgarten Steyerberg
Nico Paech, Postwachstumsökonom, Uni Oldenburg

Moderation
Raimund Brichta, Börsenjournalist n-tv

Tagungsgebühr € 20, ermäßigt € 17, Mitglieder Monetative und Urania € 15.
Einzelgebühr Podiumsdiskussion € 10, ermäßigt € 7, Mitglieder € 5.

Die Piratenpartei ist bisher eine der wenigen Parteien, die eine Vollgeld-Reform konkret debattiert. Pirat Keox hat dafür in der AG-Geldordnung wichtige Vorarbeit geleistet. Seine Einträge im Wiki der AG-Geldordnung zeichnen ein vollständiges Bild der Vollgeld-Reform und beantwortet kritische Fragen: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaVollgeldreform

Auf Einladung des Abgeordneten Alexander Spies und der Berliner Piratenfraktion fand im März 2012 eine erste Informationsveranstaltung im Berliner Abgeordnetenhaus statt: http://www.youtube.com/watch?v=yIhr3VjP2Oc

Kurze Zeit später moderierte Matthias Garscha einen Mumble-Grill der Geldsystempiraten, dort stellte sich Joseph Huber den Fragen der Piraten: http://www.youtube.com/watch?v=PYJ063NL_VA

Die Vollgeld-Reform ist bei den Piraten vermutlich noch nicht mehrheitsfähig, dafür fehlen wohl auch die informellen Vorraussetzungen an der Basis. Insofern ist dieser Blog-Artikel ein Aufruf an alle wirtschaftspolitisch interessierten Piraten, sich mit der Thematik konkret auseinander zu setzen. Die Veranstaltung in Berlin wäre zudem eine sehr gute Gelegenheit, den Protagonisten der Vollgeld-Reform persönlich zu begegnen.

Könnte diese Reform eines der bedeutensten Module einer neuen europäischen Finanzarchitektur werden?  Könnte es sein, dass sich die Piraten dieser Idee mehrheitlich anschließen?

 

 


Joseph Huber stellt den Piraten seine Monetative vor.

Ist das Rückenwind?! Was die innerhalb der progessiven Zirkel der Piratenpartei schon länger diskutiert wird, scheint nun auch beim IWF auf die Tagesordnung zu kommen. Obwohl die Monetative und das 100% Geld von Irving Fisher keine Utopie, sondern eine realistische Forderung nach einer Veränderung der Geldordnung darstellen, wurde das Thema in der Politik, Forschung und auch der Presse bisher sehr flach gehalten. Aber vielleicht leben wir ja wirklich in einer Zeit rasanter Veränderung, und vielleicht kommen Reformideen, die bisher als realpolitische NoGos einsortiert wurden, doch auf die politische Tagesordnung? Zumindest ist die Meldung, die heute über das Handelsblatt ging eine Bestätigung, dass sich die Piraten zu Recht mit zeitgemäßen und progressiven Strömungen auseinandersetzt, und zwar bevor der Mainstream aufspringt.
http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/vollgeld-iwf-forscher-spielen-radikale-bankreform-durch/7008170.html

Die Monetative wurde auf Initiative der AG Geldordnung und auf Einladung der Piratenfraktion Berlin bereits im März 2012 ins Abgeordnetenhaus eingeladen. Die Aufzeichnung des Events kann man hier sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=yIhr3VjP2Oc

Unterdessen wir die Monetative und die 100% Reserve innerhalb der AG weiter diskutiert und geprüft. Bisher ist noch kein konkreter Antrag formuliert. Das deutet darauf hin, dass noch nicht alle kritischen Fragen bzgl. einer derartigen Geldordnungs-Reform endgültig geklärt sind.
Die AG Geldordnung kann sich bestätigt fühlen, seit Monaten an den richtigen Themen zu arbeiten.