Podiumsgespräch

Sven Giegold, MEPs (Foto ©Marc Beckmann)

Sven Giegold, MEPs (Foto ©Marc Beckmann)

Am nächsten Mittwoch den 23.10.2013 um 21:00Uhr begrüßen wir Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament und Koordinator der Grünen im Ausschuss Wirtschaft & Währung zum nächsten Podiumsgespräch auf dem Mumble Server der NRW-Piraten.

Mit ihm wollen wir über die aktuelle Situation in der Europäischen Union in den Themenbereichen Wirtschaft und Finanzen sprechen. Es erwarten uns seine Perspektiven zur EU-Wirtschaftspolitik, Finanzmarktregulierung, Steuerharmonisierung und zur Währungs- und Bankenunion.

Wir freuen uns auf einen erkenntnisreichen Abend im Mumble. Gäste, auch Nichtpiraten, sind herzlich willkommen. Fragen können diesmal wieder vorab in diesem Pad gestellt werden: https://aggeldordnungundfinanzpolitik.piratenpad.de/Experten-Mumble-22-10-2013SvenGiegold

Den Mumble-Konferenzraum erreicht man direkt über diesen Link: Mumble Konferenzraum

Wer sich mit Mumble noch gar nicht auskennt, hier ist eine Anleitung, wie man Mumble nutzen kann: http://www.geldsystempiraten.de/wp/mumble-2/

Alternativ kann bei http://nebelhorn-piratenradio.de/ eine Liveübetragung abgerufen werden.

 

Informationen zu unserem Gast:

Website: http://www.sven-giegold.de

Twitter: @sven_giegold

 

Nachtrag: Die Aufnahme des Podiumsgesprächs ist hier im Krähenenesrt nachzuhörem.

Finanzjournalistin Ulrike Herrmann (Foto Wikipedia)

Finanzjournalistin Ulrike Herrmann (Foto Wikipedia)

Am kommenden Dienstag den 8.10. um 19 Uhr kommt Ulrike Herrmann in den Mumble. Ulrike Herrmann ist seit dem Jahr 2000 Wirtschaftskorrespondentin bei der Berliner taz. Kürzlich erschien ihr Buch “Der Sieg des Kapitals – Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen”. In einer Veranstaltungsankündigung der Berliner Wissenschaftsgesellschaft Urania heisst es dazu:

“Der Kapitalismus hat gesiegt – dies wurde zum geflügelten Wort nach dem Zusammenbruch der realsozialistischen Staaten 1989 / 1990. Doch wie hat sich unser Wirtschaftssystem historisch entwickelt, warum war es so erfolgreich und warum häufen sich neuerdings die Krisen? In den vergangenen zehn Jahren hat Deutschland drei schwere Finanzkrisen erlebt. Das gab es noch nie in der Geschichte des Kapitalismus. Ist der Siegeszug des Kapitals vorbei? Diskutieren Sie mit Ulrike Herrmann und Prof. Hickel, wie sich unser Wirtschaftssystem verändert – und wie wir es zu einer ökologischen und gerechten Gesellschaft weiter entwickeln können!” http://www.urania.de/programm/2013/r834/

Das letzte Mumblegespräch war unter dem Gesichstpunkt der Vernetzung von führenden Wirtschaftsbloggern durchgeführt worden. Zu Gast waren Frank Elsner, Mark Dittlie und Patrick Bernau, um über die Wege aus der Krise des Euro zu sprechen. Ulrike Herrmann sieht uns dabei gleich mit vier Krisen konfrontiert. Ihren dazu bemerkenswerten Artikel in der Le Monde Diplomatique haben wir hier im Blog bereits vorgestellt: Die vier Krisen der Eurozone.

Moderiert wird in gewohnter Qualität von Matthias Garscha. Wir freuen uns auf einen erkenntnisreichen Abend im Mumble. Gäste, auch Nichtpiraten, sind herzlich willkommen. Ein Frage-Pad im Vorfeld wird diesmal nicht eingerichtet. Das Saalmikrofon wird im letzten Drittel des Abends eröffnet. Den Mumble-Konferenzraum erreicht man direkt über diesen Link: Mumble Konferenzraum

Wer sich mit Mumble noch garnicht auskennt, hier ist eine Anleitung, wie man Mumble nutzen kann: http://www.geldsystempiraten.de/wp/mumble-2/

Alternativ kann bei http://nebelhorn-piratenradio.de/ eine Liveübetragung abgerufen werden.

Neuer Auftakt zu den Piraten-Experten-Mumbles u.a. mit Prof. Helge Peukert

Neuer Auftakt zu den Piraten-Experten-Mumbles u.a. mit Prof. Helge Peukert

Veranstaltungshinweis: Zwischen Bundesverfassungsgericht und Bundestagswahl – Zeit für grundsätzliche Fragen an die Geldpolitik

Die Experten-Mumbles der Geldsystem-Piraten gehen in die nächste Runde. Bis zur Bundestagswahl im September werden neue Gäste und Themen in den Konferenzräumen der Piraten erwartet.

Jens Berger, der Autor der Nachdenkseiten und Prof Helge Peukert werden am Donnerstag, den 4. Juli um 20 Uhr im Gemeinschaftsraum/Konferenzraum des Mumble erwartet.

Frankfurter Buchmesse 2012 - Jens Berger (Nachdenkseiten)

Frankfurter Buchmesse 2012 – Jens Berger (Nachdenkseiten)

Die zwei Gäste werden zusammen mit Moderator Matthias Garscha die derzeit aktuellen Entwicklungen des Themenkreises Geldpolitik und Finanzen diskutieren.

Expertengespräche im Mumble haben in der AG Geldordnung bereits eine gewisse Tradition, die bisher durchgeführten Veranstaltungen sind allesamt dokumentiert und können hier vollständig abgerufen werden. http://www.geldsystempiraten.de/wp/media/video/

Zuhörer sind am Donnerstag abend willkommen und können sich über das Saalmikrofon einzubringen. Im Pad können Fragen für den Abend gesammelt werden: https://aggeldordnungundfinanzpolitik.piratenpad.de/6218

Direkter Link in den Konferenzraum: mumble://mumble.piratenpartei-nrw.de/Gemeinschaftsraum/Konferenzraum?title=Root&version=1.2.0

Das letzte dokumentierte Gespräch zwischen Matthias Garscha und Prof. Peukert fand vergangenes Jahr am Rande der Jahrestagung der Monetative in Berlin statt und kann hier angesehen werden:

http://www.youtube.com/watch?v=AUldal5FH78&feature=youtu.be

Vor Kurzem haben wir einen wichtigen Beitrag von Jens Berger repostet: http://www.geldsystempiraten.de/wp/piraten-und-europa-die-ezb-vor-dem-verfassungsgericht-zeit-fur-grundsatzliche-fragen/

Auch das Video der Nachdenkseiten zur Geldschöpfung wurde auf dem Blog vorgestellt: http://www.geldsystempiraten.de/wp/kommentar-zum-video-der-nachdenkseiten-uber-die-geldschopfung/

 

 

Die AG Geldordnung und Finanzpolitik veranstaltet in regelmäßigen Abständen Fachgespräche mit bekannten Ökonomen. Am 7.11. 2012 kam der international renommierte Wirtschaftswissenschaftler Prof. Richard Werner ins Mumble der AG Geldordnung und Finanzpolitik. Es dürfte eines der diesjährigen Mumble-Highlights der Geldsystempiraten gewesen sein.

Die Dokumentation dieser Podiumsdiskussion kann als ein Pflichttermin für alle auf Wirtschafts- und Finanzpolitik spezialisierte PiratInnen gesehen werden. Denn gemäss der Ausführungen von Prof. Werner  müsste die Geschichte der VWL neu geschrieben werden. Ein Paradigmenwechsel in den gängigen Lehrmeinungen über Wirtschaftsmodelle scheint dringend angezeigt.

Mit der Aussage, dass es keine empirischen Belege dafür gibt, dass der Zins eine wichtige Kausalvariable zur Steuerung der Wirtschaft darstellt, stellt Werner die allgemeine Lehrmeinung in Frage und macht deutlich: Der Zins als geldpolitisches Werkzeug ist untauglich.

Werner spricht sich daher für eine Neuorientierung in der Volkswirtschaftslehre aus. Die Bedeutung der Banken im Zentrum der Wirtschaft wurde bisher nicht beachtet und in den VWL-Studiengängen und Lehrbüchern findet die Funktionsweise der Banken oder das Thema Geldschöpfung keine Beachtung. Es kann daher nicht weiter verwundern, daß die Mainstream-Volkswirtschaftslehre in der Krisensituation versagt hat. Die Geldschöpfung und das Bankenwesen muss in das Zentrum der Wirtschaftsmodelle gestellt werden, denn Kreditschöpfungsentscheidungen gestalten die wirtschaftliche Landschaft in erheblicher Weise.

Werner unterscheidet in seiner Analyse 3 Modelle der Kreditschöpfung:

1. Die gute Kreditschöpfung (für produktive Zwecke, Investitionen usw.)
2. Konsumkredite (Teil des BIP für Konsum)
3. Kreditvergabe für Transaktionen (Tragen nicht zum BIP bei)

Werner rät dringend zu einem pragmatischen Lösungsansatz, um die Kosten der Krise in den Griff zu bekommen.
Sein Reformvorschlag sieht vor Banken zu sanieren, indem die Zentralbanken die Löcher in den Bankbilanzen zum Buchwert übernehmen (Tatsachenbuchhaltung).
Den Zentralbanken entstehen dadurch keine Kosten, es entsteht keine neue Inflation, der Steuerzahler muss nicht mehr für die Rettungskosten aufkommen und auch der Sparzwang wird überwunden. Banken wird damit geholfen wieder Produktivkredite zu vergeben, die Aufschwung erzeugen.
Um den Staat zu entlasten soll davon abgekommen werden Staatsanleihen auszugeben. Stattdessen soll der Kreditmarktzins genutzt werden, denn Primärmarktzinsen sind zum Einen wesentlich niedriger als Anleihemarktzinsen, und zum Anderen sind die Staaten durch diese Vorgehensweise nicht länger den Spekulanten ausgeliefert.

Er schlägt damit einen politisch machbaren und kurzfristigen Weg vor, die Staatsschuldenkrise kostengünstig in den Griff zu bekommen. Die Staaten würden sich das Geld also direkt bei den Geldschöpfern besorgen, und das sind derzeit die Banken.

Richard Werner gilt auch als ein Unterstützer der Monetative, also einer Verlagerung der Geldschöpfung von den privaten Banken hin zur öffentlichen Hand. Dies ist aber ein Vorschlag, der noch weiter geht und weit mehr politische Aufklärungsarbeit erfordert. Somit ist Werners Reformplan in der momentanen Situation realistischer und wäre politisch einfach umsetzbar.
Warum Werner´s Ausführungen bei den politisch Verantwortlichen bisher auf wenig Resonanz stossen? Auch darauf gibt Werner eine offene und zugleich schockierende Antwort.
Könnte es sein, dass die anhaltende Finanz- und Staatschuldenkrise der europäischen Länder politisch gewünscht ist…?

(Anmerkung: Dieser Artikel beruht auf den Aufzeichnungen eines Protokolls, den genauen Wortlaut der Aussagen Werners kann man in dem obigen Video hören.)

Am 17. September 2012 war  Dr. Daniel Stelter zu Gast bei den Geldsystempiraten. Daniel Stelter ist Managing Director der Boston Consulting Group in Berlin, eine der weltweit führenden Unternehmensberatungen. Eines der Hauptthemen war die “Mesopotamia-Studie” der BCG:  http://www.bcg.com/documents/file87307.pdf

Das Mumble-Gespräch wurde aufgezeichnet und kann nun bei youtube nachgehört werden: http://www.youtube.com/watch?v=ibaTso-Akko