Positive Money

Das Gespräch mit Sven Giegold (Finanzexperte der Grünen im Europaparlament) wurde im Janaur 2013 aufgezeichnet. Er spricht offen und ehrlich über die realpolitischen Schranken, die momentan eine tiefergehende Geldreformdebatte in den Parlamenten unmöglich machen. Die “Gefechtslage” würde sich erst ändern, wenn sich mindestens 15% der progressiven Ökonomen für eine solche Debatte einsetzen würden.

Für die Geldsystempiraten bleibt die Forderung nach einer breit angelegten, öffentliche Debatte über das Geldsystem eine Grundforderung. Dies gilt auch insbesondere für die Mitglieder und Mandatsträger der Piraten. Informiert Euch!

Übrigens läuft derzeit eine LQFB-Ini über das Vollgeld. Unterstützer sind willkommen zu zeichnen: Finanzsystem demokratisieren. Mit Vollgeld und Monetative!

Weitere Informationen:

http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaVollgeldreform

www.monetative.de

http://www.positivemoney.org/

Positive Money - Geldreform in England

Positive Money – Geldreform in England

In London findet in einigen Wochen eine Positive Money Konferenz statt. Da auch mindestens ein Geldsystempirat mitfahren wird, erreichte uns ein Begleitschreiben von Prof. Joseph Huber, gedacht für die Reisegruppe.

Ein spezielles Thema für Insider, es steht aber ausser Frage, dass exakte Definitionen in jeder fachlichen Debatte notwendig sind. Wenn das nicht gegeben ist, und die verwendete Begriffe nicht klar definiert sind, gibt es endlose Diskussionsloops. Das zeigt zumindest die Erfahrung aus den Diskussionen der Mailinglisten und Mumblesitzungen der Geldsystempiraten.

Wir nehmen hier also die Gelegenheit war, zumindest bei der Vollgeld-Reform zu einer klaren Begriffsdefinition beizutragen.

Hier Joseph Hubers aktueller Beitrag zum 100%-Vollgeld-Sprachverständnis im Englischen:

“Anscheinend verwendet die britische Geldreformszene den Ausdruck Full-reserve banking seit ca. 2010 (aufgrund einiger Publikationen von Positive Money und der New Economics Foundation) im Sinne des Vollgeld-Konzeptes nach Huber/Robertson, und das bedeutet:
Reserve = Zentralbankgeld, und Full-reserve = ausschließlich von der Zentralbank in Umlauf gebrachte gesetzliche Zahlungsmittel.

Wenn man das so sieht, dann gilt Full reserve = Vollgeld; obwohl das nicht optimal ist, da es in einem solchen System eine ‘Reserve’ im herkömmlichen Sinn, in einem gesplitteten Interbanken- und Publikumskreislauf, überhaupt nicht mehr gibt. Davon abgesehen, kann der engl. Sprachgebrauch trotzdem Verwirrung stiften und bewirken, dass man aneinander vorbei redet, denn Full-reserve banking war in seiner bislang verbreitet gewesenen Verwendung gleichbedeutend mit 100%-Reserve-Banking (Chicago plan, 100%-money nach Fisher). Das muss man wissen, wenn man auf Englisch über Vollgeld redet. Übrigens kann man zu ‘government-issued oder central-bank-issued money’ auch ‘sovereign money’ sagen.

Wenn ich die nun angelaufene Diskussion in der Positive Money Google-Gruppe zu ‘full-reserve banking’ ansehe, auch die daran sich beteiligenden Nicht-Briten, scheint es auch da nun so zu sein, dass ‘Full-reserve banking’ im Sinn von ‘Vollgeld’ verwendet wird (also nicht mehr im Sinn des 100%-reserve-banking der 1930er Jahre).
https://groups.google.com/forum/#!forum/full-reserve

Mit diesem Hinweis können wir nun gut gerüstet nach London reisen. Hier der Link zu der Veranstaltung: http://www.positivemoney.org/conference/

Die Geldschöpfung ist ein Privileg. In unserem heutigen System werden ca. 97% des Geldes von Privatbanken geschöpft. Wer hätte das gedacht? Die meisten Menschen glauben noch, dass unsere Zentralbanken das Geld “machen”. Das ist nicht ganz falsch, betrifft aber nur die Banknoten und Münzen. Der Rest entsteht bei Kreditvergabe in der Bank. Wir leben im Zeitalter des Giralgeldes und man fragt sich, warum der Staat nicht auch in diesem Bereich des Giralgeldes die Hoheit über die Geldschöpfung inne hat? Das hätte einige Vorteile für die Allgemeinheit. Zuletzt hat dies auch der IWF-Forscher Michael Kumhof bestätigt. Es wird höchste Zeit, dass sich die Politik mit diesem Thema intensiv auseinandersetzt.

Die Bewegung für eine Reform der Geldschöpfung ist international. In Deutschland ist vor allem der Verein Monetative e.V. aktiv und fordert “Geldschöpfung in öffentliche Hand”, in der Schweiz strebt der Verein Monetäre Modernisierung eine Volksabstimmung über das sogenannte Vollgeld an! In England gibt es Positive Money . Die Gruppierung um Ben Dyson ist auch Teil der aktuell erschienen, englischsprachigen Video-Dokumentation 97% Owned – Monetary Reform documentary – Directors Cut. Eine ausführliche und gut gemachte, daher empfehlenswerte Dokumentation zu diesem Thema. Teilen!
(Nachtrag: Hier eine Kurzversion des Films mit deutschen Untertiteln:  https://www.youtube.com/watch?v=d3mfkD6Ky5o)