Saldenmechanik

Ergänzend zu unserem Artikel über “Die Schuldenbremse” empfehlen wir diesen Vortrag.

Nikolaus Kowall referiert am Göttinger Institut für Demokratieforschung über die Mythen der aktuellen Krisendebatte und führt ein in die volkswirtschaftliche Analyse der Leistungsbilanz.
Mehr unter: http://kritischeoekonomie.wordpress.com/

Jörg Buschbeck - Guthabenkrise.de

Jörg Buschbeck – Guthabenkrise.de

Am Donnerstag, 14.02.2013 um 20 Uhr wird im Mumble der AG Geldordnung weiter debattiert. Diesmal kommt Jörg Buschbeck von Guthabenkrise.de zu Besuch. Seine Thesen lauten:

  • Guthaben sind anderer Leute oder Staaten Schulden.
  • Werden die Guthaben nicht durch Nachfrage zurückgezahlt, kommt es bei stockender
  • Neuverschuldung zur Guthabenkrise.Schuldenkrise beschreibt also die Erscheinungsform, Guthabenkrise die Ursache der Probleme.
  • Wenn die Ursache kollektiv erkannt ist, brauchen wir nur noch zwischen den ausreichend vorhandenen Lösungsmöglichkeiten auszuwählen.
Auf seinem Blog hat er die Zusammenhänge in einem Präsentationsvideo zur Guthabenkrise zusammengefasst.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends wird die Volkwirtschaftliche Saldenmechanik nach Wolfgang Stützel sein.
Im Pad sammeln sich bereits erste Fragen, wer welche dazufügen möchte, hier ist das Pad zu Jörg Buschbeck.
Die Veranstaltung wird aufgezeichnet. Der Ort steht noch nicht fest. Die Konfernzräume in der AG Geldordnung funktionieren noch nicht, deshalb wird das Podiumsgespräch wahrscheinlich in einem der offiziellen Mumble-Konferenzräume der NRW-Servers stattfinden.
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Zu Unrecht vergessen: Wolfgang Stützel und seine Saldenmechanik…so titelt jetzt der Wirtschaftsblog Herdentrieb (ZEIT).

Erst vor wenigen Wochen wurde der Begriff der Saldenmechanik bei Wikipedia neu aufgenommen:

Entwickelt wurde die Saldenmechanik von Wolfgang Stützel und in seinem Buch Volkswirtschaftliche Saldenmechanik publiziert.

Bei der Saldenmechanik handelt es sich um Zusammenhänge, deren Gültigkeit nicht wie bei den meisten volkswirtschaftlichen Postulaten vom Zutreffen von Vermutungen über menschliches Handeln abhängt. Die Saldenmechanik ermöglicht es, die regelmäßig notwendigen Verhaltensannahmen der volkswirtschaftlichen Theorien und Postulate auf ein logisches Fundament gesamtwirtschaftlichen Denkens zu stellen. Dabei werden bisherige Fehlschlüsse in der Preis-, Geld- und Konjunkturtheorie aus einzelwirtschaftlichem Denken durch korrekte Mikrofundierung und die Einführung der real existierenden Kreditwirtschaft in die Modellbildung überwunden.

Die Erkenntnise von Wolfgang Stützel galten einst als Grundlagenwissen der Volkswirtschaftslehre, dann gereit das Wissen in Vergessenheit. Vor einigen Jahren hat Jörg Buschbeck das Thema wieder neu entdeckt und die Initative ergriffen, damit das längst vergriffene Stützel-Buch wieder neu aufgelegt wird. Die Worte von Herrn Siebeck, dem Verleger sollen gewesen sein:  “Sie brauchen mir nichts zu erzählen Herr Buschbeck, mit Stützel wäre die Eurokrise nicht passiert – das Buch kauft nur keiner mehr”.

Jörg Buschbeck vertritt schon seit längerem die These, “wir haben keine Schuldenkrise sondern eine Guthabenkrise”. Mehr dazu in seinem Blog, dort kann man das angesprochene Buch auch bestellen: http://guthabenkrise.wordpress.com/2011/11/25/hurra-wolfgang-stutzel-volkswirtschaftliche-saldenmechanik-ist-wieder-lieferbar/

Bei den Piraten der AG Geldordnung wurde das Thema immer wieder angesprochen und Jörg Buschbeck zu einer Mumble-Podiumsdiskussion zu seinem Thema eingeladen. Er hat zugesagt. Der Termin wird demnächst bekannt gegeben.

Nun hat auch einer der wichtigsten Wirtschaftsblogs in Deutschland das Thema aufgegriffen. Es scheint, als erlebe die Saldenmechanik jetzt eine Renaissance. Die dort dargestellten Zusammenhänge scheinen wichtiges, zeitweise verlorenes Basiswissen zu sein. Es hat das Zeug dazu, die aktuellen Diskussionen über die Finanzkrise in eine erfrischend neue Richtung zu lenken.

Die Ökonomenwelt entdeckt die alten Meister neu: So meint etwa der Berkley-Professor und Blogger Brad DeLong, dass nur Ökonomen in der Tradition von Hyman Minsky oder Charles Kindleberger wirklich Interessantes zur Analyse der Finanzkrise beizutragen hätten. Auf diese illustre Liste gehört aber noch ein anderer Ökonom, der in den USA gar nicht und in Deutschland kaum noch bekannt ist: der deutsche Ökonomen Wolfgang Stützel, der im Saarland Professor war und im Jahr 1958 sein großes Buch “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” veröffentlichte.

Hier geht es zum Artikel in der Zeit:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/01/09/zu-unrecht-vergessen-wolfgang-stutzel-und-seine-saldenmechanik_5632#more-5632

Auch der Rheingoldblog hat ebenfalls einen aktuellen Bericht zum Thema: http://rheingoldblog.wordpress.com/2012/01/10/saldenmechanik-wolfgang-stutzel-wolfgang-waldner-rheingold/