Volkswirtschaftliche Saldenmechanik

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Stützel / Quelle Rheingoldblog

Zu Unrecht vergessen: Wolfgang Stützel und seine Saldenmechanik…so titelt jetzt der Wirtschaftsblog Herdentrieb (ZEIT).

Erst vor wenigen Wochen wurde der Begriff der Saldenmechanik bei Wikipedia neu aufgenommen:

Entwickelt wurde die Saldenmechanik von Wolfgang Stützel und in seinem Buch Volkswirtschaftliche Saldenmechanik publiziert.

Bei der Saldenmechanik handelt es sich um Zusammenhänge, deren Gültigkeit nicht wie bei den meisten volkswirtschaftlichen Postulaten vom Zutreffen von Vermutungen über menschliches Handeln abhängt. Die Saldenmechanik ermöglicht es, die regelmäßig notwendigen Verhaltensannahmen der volkswirtschaftlichen Theorien und Postulate auf ein logisches Fundament gesamtwirtschaftlichen Denkens zu stellen. Dabei werden bisherige Fehlschlüsse in der Preis-, Geld- und Konjunkturtheorie aus einzelwirtschaftlichem Denken durch korrekte Mikrofundierung und die Einführung der real existierenden Kreditwirtschaft in die Modellbildung überwunden.

Die Erkenntnise von Wolfgang Stützel galten einst als Grundlagenwissen der Volkswirtschaftslehre, dann gereit das Wissen in Vergessenheit. Vor einigen Jahren hat Jörg Buschbeck das Thema wieder neu entdeckt und die Initative ergriffen, damit das längst vergriffene Stützel-Buch wieder neu aufgelegt wird. Die Worte von Herrn Siebeck, dem Verleger sollen gewesen sein:  “Sie brauchen mir nichts zu erzählen Herr Buschbeck, mit Stützel wäre die Eurokrise nicht passiert – das Buch kauft nur keiner mehr”.

Jörg Buschbeck vertritt schon seit längerem die These, “wir haben keine Schuldenkrise sondern eine Guthabenkrise”. Mehr dazu in seinem Blog, dort kann man das angesprochene Buch auch bestellen: http://guthabenkrise.wordpress.com/2011/11/25/hurra-wolfgang-stutzel-volkswirtschaftliche-saldenmechanik-ist-wieder-lieferbar/

Bei den Piraten der AG Geldordnung wurde das Thema immer wieder angesprochen und Jörg Buschbeck zu einer Mumble-Podiumsdiskussion zu seinem Thema eingeladen. Er hat zugesagt. Der Termin wird demnächst bekannt gegeben.

Nun hat auch einer der wichtigsten Wirtschaftsblogs in Deutschland das Thema aufgegriffen. Es scheint, als erlebe die Saldenmechanik jetzt eine Renaissance. Die dort dargestellten Zusammenhänge scheinen wichtiges, zeitweise verlorenes Basiswissen zu sein. Es hat das Zeug dazu, die aktuellen Diskussionen über die Finanzkrise in eine erfrischend neue Richtung zu lenken.

Die Ökonomenwelt entdeckt die alten Meister neu: So meint etwa der Berkley-Professor und Blogger Brad DeLong, dass nur Ökonomen in der Tradition von Hyman Minsky oder Charles Kindleberger wirklich Interessantes zur Analyse der Finanzkrise beizutragen hätten. Auf diese illustre Liste gehört aber noch ein anderer Ökonom, der in den USA gar nicht und in Deutschland kaum noch bekannt ist: der deutsche Ökonomen Wolfgang Stützel, der im Saarland Professor war und im Jahr 1958 sein großes Buch “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” veröffentlichte.

Hier geht es zum Artikel in der Zeit:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2013/01/09/zu-unrecht-vergessen-wolfgang-stutzel-und-seine-saldenmechanik_5632#more-5632

Auch der Rheingoldblog hat ebenfalls einen aktuellen Bericht zum Thema: http://rheingoldblog.wordpress.com/2012/01/10/saldenmechanik-wolfgang-stutzel-wolfgang-waldner-rheingold/