Wechselkurse

Tobias Straumann vom Tages Anzeiger gibt uns in diesem Artikel eine Struktur, um über unsere Entscheidungen in der Währungspolitik gründlich nachzudenken:

“Wenn ein demokratisches Land also einen fixen Wechselkurs oder eine Einheitswährung einführt, muss es sich sehr gut überlegen, ob sich die Aufgabe einer eigenständigen Geld- und Währungspolitik zugunsten von anderen Zielen lohnt.

Es sind also drei Fragen, die ein Land beantworten muss, bevor es eine Entscheidung trifft:

  1. Welches System hat weniger Nachteile als die anderen?
  2. Können wir auf unbestimmte Zeit mit diesem System leben?
  3. Lohnt es sich, die Demokratie zugunsten von anderen Zielen einzuschränken?”

Insbesondere die dritte Regel sollte allen Demokraten zu denken geben, denn den beginnenden Zerfall der inneren Ordnung erleben wir in Europa bereits:

“Die dritte Grundregel: Demokratie und fixe Wechselkurse sind schwierig miteinander zu vereinbaren. Wenn ein Land dem Euro beitritt oder seine Währung an andere Währungen bindet, verzichtet es auf eine eigenständige Geld- und Währungspolitik. Damit sind diesem Land in einer grösseren Krise die Hände gebunden, was zu grossen politischen und sozialen Spannungen führen kann. In den westlichen Ländern hat sich deshalb im 20. Jahrhundert, als sich das allgemeine Wahlrecht durchsetzte, eine klare Tendenz in Richtung flexible Wechselkurse gezeigt. Die Devise lautet: Lieber abwerten oder etwas Inflation generieren, als einen Zerfall der inneren Ordnung riskieren.”

http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/10373/drei-grundregeln-der-wahrungspolitik/